tägliches literarisches Blogjournal mit Lyrik und Prosa
Geschichten werden für die Ewigkeit geschrieben. Die Ewigkeit beginnt da, wo die Unendlichkeit aufhört.
Oder wie sollte ich anders das Kommen und Gehen, das Werden und Vergehen beischreiben?
Manuel Göpferich ist ein Erzähler, ein junger noch dazu, dessen Geschichten einen Hauch von unendlicher Zeitgeschichte beinhalten.
Die Aktualität seines autobiografischen Empfindens ist gerade in der heutigen Zeit von großer Bedeutung, ist doch sein vorliegendes Buch „Grüne Windmühlen“ auch ein Beitrag zur Annäherung von Mensch zu Mensch.
Der junge Dichter nähert sich einer Themenvielfalt an, die mich in ein tiefes Erstaunen versetzt. Da ist die verborgene Liebesgeschichte einer Frau mit einer Kreuzkette zu einem namenlosen Jüngling. Mit zarten Worten skizziert Manuel Göpferich eine atmosphärische Liebeslandschaft, die traurig, aber auch ermutigend zugleich ist.
Nicht umsonst gibt es Metapher vom „Kampf der Geschlechter“.
Ausgelöst durch die Begegnung von Achilles und Penthesilea im trojanischen Krieg.
Achill tötet die Königin der Amazonen im Kampf um Troja. Die Blicke der beiden begegnen sich im Sterben Penthesilea: Und es beginnt eine unsterbliche Liebe.
So ist auch die Liebe der Frau mit der Kreuzkette zu ihrem namenslosen Freund zu verstehen. Die Weltliteratur kennt viele solcher unendlichen Liebesgeschichten.
Denken wir an Shakespeares „Romeo und Julia“ – oder noch viel früher das Liebesepos „Leila und Madschnun“ des persischen Dichters Nizami.
Manuel Göpferich hat die Archetypen menschlichen Zusammenlebens literarisch durchlitten und aufgeschrieben, um ihnen im Ausdruck des Schreibens eine Form zu geben.
Leben schafft Leiden: Die Botschaft des Autors, der seine inneren kreativen Kontinente in Literatur transportiert hat.
Einige Jahre schrieb Manuel Göpferich im Verborgenen. Nur Familienangehörige wussten etwas von der wahren Berufung des Sohnes und des Bruders. Im Alltag erfüllte er bescheiden seine Aufgaben, um dann in der noch verbleibenden Zeit zu schreiben.
Wir begegneten uns zum ersten Mal im INKAS Institut für Kreatives Schreiben in Bad Kreuznach. Damals kam ein junger Mann auf mich zu, von dem ich dachte: „So sieht also ein junger Dichter aus!“ Heute weiß ich, dass er wie ein griechischer Held durch literarische Kulissen gegangen ist. Er bat mich, seinen literarischen Weg ein Stück zu begleiten.
Ich habe diese Begegnung bis zum heutigen Tage nicht bereut, denn Manuel Göpferich bei seiner literarischen Entwicklung begleiten zu dürfen, war mir (und ist es auch heute noch) eine große Ehre. Während seines Creative Writing Studiums am Institut begleitete ich unterschiedliche Passagen seiner autobiografischen Textentwicklung. Immer wieder überraschte er mich mit neuen Texten, deren Qualität immer besser wurde.
Eine gute Geschichte hört die ganze Welt. Diese indianische Weisheit ging mir bei unserer ersten Begegnung durch den Kopf. Heute, nachdem Manuel Göpferich sein Buchprojekt abgeschlossen hat, weiß ich, dass sie stimmt
Rüdiger Heins
Rüdiger Heins ist Autor und Dozent für Creative Writing am INKAS
Institut für Kreatives Schreiben in Bad Kreuznach. Weitere
Informationen über den Autor erhalten Sie in den Webseiten:
www.ruedigerheins.de
www.inkas-id.de
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