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tägliches literarisches Blogjournal mit Lyrik und Prosa

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Die sieben Kugeln (101)

Ich setzte mich durch. Von draußen kämpften wir nun gegen die Schildkrötenplage an. Im Laufe des folgenden Kampfes fiel zwar auch Leonie der letzten Fetzen vom Körper, aber das Labor war zurück erobert.

Dreh bloß die Dusche auf! Mich juckt und krabbelt es überall“, rief Jule Leo zu. „Meinst du, uns nicht?“ antwortete die.

Bei mir konnte das Jucken eigentlich nur Einbildung sein. Mich hatten die kleinen Krabbler nicht angerührt. Hanna und Nanette, Sonjas Klonies, hatten wenigstens noch Unterwäsche zum Ausziehen. Die anderen konnten gleich ihren Tanz unter dem lauwarmen Regen der Gartendusche beginnen.

Wo nur die Alten stecken?“ wunderte ich mich. „Ihr habt doch vorhin gequiekt wie abgestochne Schweine!“

Die sind wohl ins Dorf gefahren. Ich hab jedenfalls keinen gesehen“, sagte Leonie. „Die vertrauen uns eben.“

Die Deckel der beiden Eimer waren geschlossen. Von den Minischildkröten waren keine mehr zu sehen. Ich zweifelte aber nicht daran, dass viele von ihnen in den Garten entwischt waren. Auch im Labor hatten sich bestimmt Ausreißer in Ritzen und Ecken verborgen. „… Die nehmen wir uns noch vor.“ Ich schüttelte ein paar Tropfen ab.

Im Haus zogen wir uns frisch an. Welch Glück, dass wir dabei keinem begegneten.

Die haben alles aufgefressen, was aus Silit war“, flüsterte Jule mir zu. Ich nickte. „Das wird wohl kein Zufall sein. Wir sehn uns das gleich an. Fliegen können sie ja nicht und hüpfen auch nicht.“ Ein Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen. Das hatten die anderen davon, dass sie der neuesten Mode hinterherliefen.

Als wir zum Labor zurückkamen, fiel uns neben der Tür ein frisches Mäuseloch auf. Ich spähte durch eines der Fenster. Drinnen sah alles aus wie vorher. Nein. Die beiden Eimer waren umgekippt. Und wirklich: Die Schildkröten waren weg.

Müssen wir das jetzt alles erzählen?“ fragte Leonie.

Besser nicht. Das bringt nur Ärger“, beruhigte ich sie. „Außerdem … was ist denn schon passiert?“

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