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tägliches literarisches Blogjournal mit Lyrik und Prosa

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DREI - Nummer 12

Anspruch und Wirklichkeit

 

In mir eine liebliche Stimme spricht,

weniger als Dichter bin ich nicht.

 

Ast an Ast auf alten Pappeln

lachen da auf die falschen Vokabbeln.

 

Die Roime gefonden auf Worte wie Rosen

Die gongen bishorlich noch stots in die Hosen.

 

Und reimst du bescheiden eine kleine Weise

tus leise, ach bitte, tus leise, tus leise!

  Slov ant Gali



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Manuel Göpferich: Der Spanier (Prosa)

auf Manuel Göpferich



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Utopischer Fortsetzungsroman
"Die sieben Kugeln" von Slov ant Gali (17)

Zum Schluss stieg er auf einen Stuhl. Er wollte auf Sinas Kleiderschrank Staub wischen. Plötzlich kullerte ihm ein Ball entgegen. Nein, stellte er verwundert fest, das war ja seine Näsie-Kugel! Wie die nur dorthin gekommen war? Weggeworfen hatte er sie nicht, aber mit der Zeit immer weiter in einer seiner Schatz- und Plunderkisten verschwinden lassen. Auch bei seinem Umzug hatte er nicht auf sie verzichtet und sie im Keller verstaut. Da hatten die beiden wohl in seinen Schätzen gestöbert, die Kugel wie einen Ball benutzt und sie später auf den Schrank geworfen? Leicht genug war sie dafür.

Die Kugel also. Stimmt. Sie hatte im vergangenen Jahr im Keller in der Nähe des Hornissennests gelegen, und jetzt im Kinderzimmer – jeweils dort, wo sich Insekten und Zwillinge so seltsam benahmen.

Für einen Kriminalist zählen Beweise. Jens versteckte also die Kugel im Garten. Und wirklich: Nun flüchteten Sina und Leonie schreiend vor der nächsten Biene in ihrem Zimmer. Im Garten aber hockten sie am Abend neben eine Hummel und sangen ein Lied. Sie winkten Jens begeistert heran. „Papa, das musst du unbedingt gesehen haben! Die ist doch niedlich, oder?“

Niedlich! Eine Hummel!

Kaum stand Jens aber selbst dicht genug daneben, empfand er genauso.

Blieb noch eine Frage: Sechs Kugeln waren damals gleich. Warum sollte nur die seine solchen Hummeltanz auslösen? Eigentlich musste das den anderen längst aufgefallen sein. Vorausgesetzt natürlich, die Freunde von damals hatten ihre Kugeln behalten.

Wie war das am unauffälligsten herauszubekommen? Jens fragte bei seinem nächsten Besuch auf Näswerder nur kurz nach Lisa, Rahman und den anderen, schon sprudelten aus seinen Eltern Geschichten heraus, die für ganze Erzählwochen gereicht hätten. Wenigstens erfuhr Jens, dass einige in Berlin und drum herum wohnten. Ein paar Mal tippte er die herausgesuchten Nummern in sein Handy ein, stockte dann aber. Konnte er sich denn einfach so melden? Wie lange hatte er nichts von sich hören lassen! Er war nicht einmal zum Klassentreffen gekommen. Die meisten Mitschüler wollte er ja nicht wieder sehen. Zwar hatten sie sich in den letzten beiden Schuljahren nicht mehr geprügelt, aber die Troocher waren ihm fremd geblieben. Und die Näsies? Was sollte er denen sagen? Habt ihr eure Kugel noch? Wenn ja, ist euch etwas Ungewöhnliches aufgefallen? Also kam immer wieder etwas dazwischen, mit dem er sich vor sich selbst rechtfertigen konnte, nichts zu tun.



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