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tägliches literarisches Blogjournal mit Lyrik und Prosa

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DREI - Nummer 9

Universum 1

 

Gerade heute

entdeckte sich

GOTT

im Science Fiktion Roman.

Das sei nur relativ,

schimpft Einstein,

unscharf noch dazu,

erkennt Heisenberg,

worauf Newton den ALTEN

in ein Wurmloch versenkt,

von dem er nichts weiß.

Die gekrümmte Raumzeit

überholend

landet Sohn JESUS

in einer Zukunft,

wo er aufrecht laufende Wesen

für Menschen hält.

Allein, es ist das Murmeltier,

das grüßt,

bevor die gezündete Bombe

zum Pilz reift.

 

 

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Anthologie zur Friedenslesung 2007:
Brigitta Weiss,
Gern wär ich eine von den alten Eulen

auf "Gedicht des Tages"



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  Utopischer Fortsetzungsroman
"Die sieben Kugeln" von Slov ant Gali (14)

Es wurde immer heller. Der ganze Raum war von blauem Dämmerlicht erfüllt. Das kam vom Nachttisch.

Die Lampe verbreitete normalerweise natürlich kein blaues Licht, und Rahman hatte sie sowieso erst anschalten wollen. Sein linker Zeigefinger hing noch auf dem Weg zum Lichtschalter in der Luft.

Rahman lag da wie erstarrt. Der Lampenschirm! Ungläubig klebte Rahmans Blick auf dessen bisher so herrlich kitschigen Muster. Wie sich der Schirm veränderte. Sich bewegte. Das war … Also er schäumte kurz auf. Ebenso kurz glitzerte er wie von Eiskristallen überzogen. Dann verlor er jede Kontur und schmolz. Auch der Schreibtisch darunter sackte wie in einer Computersimulation zu einem zähen Brei zusammen.

Rahmans Blick verfolgte fassungslos das tropfenförmige Etwas, das über seine Einrichtung hinwegspritzte. Bläulich leuchtende, sich scheinbar aus eigener Kraft bewegende Tropfen. Ja, wirklich: Die hüpften! Wie lebendig! Immer dort, wo sie auftauchten, lösten sich die gewohnten Dinge in Brei auf. Die Tropfen veränderten ständig ihre Gestalt. Strahlten, glühten, teilten sich. Sprangen weiter, wo alles zähflüssig geworden war, wo nichts mehr stand oder lag …

Und Rahman lag in seinem Bett! Wenn sie so weiter machten, hätten sie es bald erreicht! Sich selbst umherspritzend, hüpfend…

Ein Traum! Ein Albtraum! Rahman, wach auf!

Dumm nur, er kam sich wahnsinnig munter dabei vor. Und das Kneifen mit der linken Hand verursachte echte Schmerzen. Mehr als man träumen konnte. Trotzdem: Wo gab es so etwas sonst? Vor lauter Angst, Schreck oder was auch immer bekam Rahman keinen Laut über die Lippen. Er rührte sich nicht. 

Gerade noch rechtzeitig, bevor die ersten Tropfen das Bett erreichten, schnellte er dann doch hoch. Landete artistisch auf dem Fensterbrett, dem einzigen Rest seines Zimmers, den die Tropfen noch nicht erobert hatten. Den Weg zur Tür hatten sie versperrt, Tisch und Stühle in der Zimmermitte waren im Brei verschwunden. Vor Rahmans Augen verwandelte sich das Bett, in dem er eben noch gelegen hatte, erst in etwas Glitzerndes; dann löste es sich auf. Mit etwas tieferem Schlaf hätte er schon schlammige Ruhe gehabt.

Mühsam suchte Rahman nach Ordnung in den Gedanken.

Einmal angenommen, er sah, was er sah, was sah er dann? Verwandlungen, die immer mit einer Schaumwolke begannen, auf der die ersten Tropfen ritten. Dann Eiskristalle auf der bisher gewohnten Zimmereinrichtung, auf die er notfalls auch verzichten konnte, und dann schmolz alles zu einer breiigen Masse zusammen. Wenn er nicht schnellstens einen Fluchtweg fand, dann konnte er sich schon einmal einen Breiklumpen aussuchen, in den er aufgehen würde.

Eine Schaumwolke näherte sich ihm. Inzwischen war auch der letzte Schrank verschwunden. Der Raum war leer. Bis auf den Brei und die lebhaft funkelnden Tropfen an seinen Rändern. Die Zimmertür sank zusammen. Löste sich auf. Gab dem träge fließenden Strom den Weg nach draußen frei …

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