Overblog Alle Blogs Top-Blogs Mode, Kunst & Design
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

tägliches literarisches Blogjournal mit Lyrik und Prosa

Werbung

DREI - Nummer 1

Und schriebe ich Gedichte …

 

… so sähen die aus wie ich

an einem abend verkümmert

am nächsten königlich

am morgen frisch gewaschen

gelegentlich ein gnom

vollkommen unvollkommen

dann wieder wie ein dom

pathetisch erhabene worte

mit sich selbst verspottendem sinn

dazwischen ein wenig mimose

die ich gelegentlich bin

ein eingebildeter dichter

der eingebildet nicht ist

doch im großen wie im kleinen

wahrheit und wärme vermisst.

 

Ein bisschen gutes alleine

hat mir noch niemals gereicht,

warum nur bin ich das aber

das hofft und misst und vergleicht

das mit heruntergelassenen hosen

und narbengeschmückter haut

im allerdunkelsten winkel

sich strahlende zukünfte baut

lebenserhaltende träume

bei nachtwolkenfinsterem licht

 

im regen stehend erklär ich

gedichte die schreibe ich nicht.


xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

einladung zum gemeinsamen eintopf
 
(aus
Gedicht des Tages)


xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx


Utopischer Fortsetzungsroman
"Die sieben Kugeln" von Slov ant Gali (6) *


Die Hornissen

Fast zwanzig Jahre vergingen, in denen weder die inzwischen Erwachsenen mit ihren Kugeln noch die Kugeln mit den neuen Erwachsenen etwas anstellten. Richtiger: Die nun Erwachsenen bemerkten nicht, was die Kugeln mit ihnen anstellten. Das lag vor allem daran, dass sie einander nicht trafen. Also weder die Kugeln, noch die Erwachsenen.

Aus Jens, der die Kinder der Schwurgemeinschaft in so viele Kämpfe geführt hatte, war Kommissar Marder geworden. Mit seiner Halbinsel hatte er nichts mehr zu tun. Möglichst weg von Mecklenburg hatte er gewollt. Allzu weit war er allerdings nicht gekommen – nur bis Sternekop, einem Dorf in der Nähe von Berlin, und sein Häuschen erinnerte verdächtig an eine der heimatlichen Katen.

Eigentlich war er total glücklich. Schließlich war er schon früher dem Traum nachgejagt, ein großer Detektiv zu werden, knifflige Fälle zu lösen und Verbrecher zu überführen. Das war nun sein Beruf geworden. Doch wie stand es um ihn? Für die anderen Kriminalbeamten in Berlin bot er ausreichend Stoff zum Spott. Wenn man etwas an ihm „außergewöhnlich“ hätte nennen können, dann höchstens seine Behäbigkeit. Er hatte geheiratet und war kurz darauf Vater von Zwillingen geworden. Seitdem erinnerte an ihm nichts mehr daran, dass er einmal eine wehrhafte Kindergruppe angeführt hatte. Nein, niemand stand im Kreis der Kollegen dermaßen „unterm Pantoffel“ wie Jens Marder.

Den ganzen Freitag hatte er dem Revier schon sein die Welt umwälzendes Gesprächsthema aufgezwungen: die angesagte Gartenparty zum Geburtstag von Sina und Leonie. Den ganzen Montagvormittag berichtete er über deren Erfolg, während Janine, seine Frau, mit Aufräumen beschäftigt war.

Die beiden Mädchen waren gerade neun geworden und hatten anfangs sogar beim Hausputz geholfen. Erst in der Mittagshitze zog es sie über einen Trampelpfad hinunter zum Quadder. Der dank der Geräusche beim Näherkommen mit einem treffenden Namen versehene, von allen Seiten zugewachsene Teich, lud zum Baden ein. Hinter dem Garten der Marders begann ein offenes Uferstück, und es gab kaum einen sichereren Platz, an dem sich die Mädchen austoben konnten. Irgendwann unterbrach Janine ihre Putzerei. Ihr war eingefallen, dass sie unbedingt noch einiges im Dorf zu klären hatte. So bemerkte sie nicht, dass die Mädchen bald wieder auf den Hof zurückkamen. Sie ahnte es nicht einmal. Die beiden beschäftigten sich also völlig unbeobachtet.


*Folge 1-5 wurden zusammengefasst.

Werbung
Zurück zu Home
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
K
Irgendwie doof: Ich kam über den Link "Die sieben Kugeln" hierher - und als erstes war da das Gedich vom Gedichteschreiben.<br /> Aber zur Not geht es so.<br /> Gruß<br /> Kanti
Antworten
N
Würd mich ja sehr interessieren, wie viele Leser des "Blogjournals" auch noch die Kommis dazu lesen. Ich glaube, dass wer das nicht kennt, es gar nicht bemerkt.
Antworten
S
Leider geht das mit dem Kommentarextravermerk pro Fach nicht. Ich könnte nur jedes Fach als extra Artikel verschicken. Das füllte natürlich die Abofächer und so ... und stärte den angestrebten Eindruck eines Gesamtprodukts...
Antworten
G
... und doch schreibst du Gedichte<br /> und spiegelst dich darin.<br /> Sich selber zu verleugnen<br /> hat ja auch keinen Sinn.<br /> <br /> Vom Autor selbst ein Stückchen,<br /> wenn auch als lyrisch' Ich getarnt,<br /> schimmert durch alle Verse,<br /> drum, lieber Dichter, sei gewarnt:<br /> <br /> Ob du nun als Mimose schreibst<br /> oder als spottender Poet<br /> oder im dunklen Winkel träumst,<br /> dein "Aber" ist's, das dich verrät. ^^<br /> <br /> <br /> Glückwunsch zur neu gestalteten Seite, lieber Slov, viel Erfolg damit. Abnonnent werde ich sicherlich auch noch, aber erst nach meinem Sommerurlaub, sonst platzt mein Mail-Speicher.<br /> Noch ein kleiner Vorschlag: Schön wäre es, wenn jedes "Fach" einen eigenen Kommentarvermerk bekäme. <br /> Sonnige Grüße<br /> Gunda
Antworten