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tägliches literarisches Blogjournal mit Lyrik und Prosa

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J.B. Deluder: Die Kronkorkenverschwörung (50)

 

Hatte ich immer geglaubt, Korruption und Vetternwirtschaft würden dem Gemeinwohl schaden, belehrten mich die Zwerge eines Besseren.

Wo kommt die Politikverdrossenheit denn her? Je mehr Skandale öffentlich werden, desto weniger Wähler geben ihre Stimme ab. So argumentieren die großen Parteien. Also, Schwamm drüber oder alles unter den großen Teppich des kumpanenhaften Schweigens gekehrt, dann sind die Leute beruhigt.“ Irgendwie hatte diese Aussage etwas zynisches an sich, aber im ersten Augenblick überlegte ich, was wäre, wenn ich die Geschichte niederschreiben würde? Wäre ich dann staatsgefährdend? Würden meine Erkenntnisse, also meine Offenbarungen, vielleicht die Demokratie, für die ich ja eintrat, gefährden?

Lange Nächte diskutiere ich meine moralischen Bedenken mit Rosy.

Wolf, es geht um deine Glaubwürdigkeit. Sicher wird es Wähler geben, die frustriert sind, vielleicht sogar gibt es einen kurzfristigen Stimmenzuwachs für extreme Parteien. Letztendlich aber beweist dein Report, wozu selbst der kleine Mann oder die kleine Frau fähig sind. Im Kampf für Freiheit, soziale Gerechtigkeit und Frieden.“

So begann ich mit meinen Aufzeichnungen und sandte diese, nachdem Climbimbus sie überarbeitet und korrigiert hatte, wenn es notwendig war, zu einem Verlag, der als seriös und kritisch galt.

Über Wochen wartete ich vergeblich auf eine Antwort, nicht einmal eine Absage schneite mir ins Haus.

Mit Climbimbus und Rosy beriet ich darüber, die Tatsachenreportage in Form einer fantastischen Erzählung umzuschreiben und hatte schon den Computer angeworfen, als ich einen merkwürdigen Anruf erhielt.

Herr Bulder, Sie kennen mich nicht. Aber das tut auch nichts zur Sache. Wir haben von Ihnen ein Manuskript vorliegen, das uns im Grunde genommen gefällt. Sehr gefällt.“

Ich war überrascht.

Wir haben nur noch die eine oder andere Frage. Wäre es recht, wenn unsere Cheflektorin Sie einmal aufsucht, um mit Ihnen einige Details zu besprechen?“

28. Der finale Eispickel


Jetzt sitzen wir in ganz großem Schlamassel.“ Der „Goss der Gosse” lachte nur. „Ich nicht mehr.“

Das ganze Gesülze um Zwerge und all das nimmt ihm keiner ab. Aber die Dreiundzwanzig‘. Das macht uns Sorgen.“

Hans Eichenlaub nickte eifrig. „Wir haben mit den Schweden telefoniert, die machen den Vorreiter. Die ‚Fünfundzwanzig‘.“

Wie aber wollt ihr das hinkriegen, erst nein, und dann ja?“

Wir sind doch nur der Juniorpartner.“

Der Goss fluchte. „Noch haben wir das Ruder in der Hand!“

Leider ist uns das Boot dazu abhanden gekommen.“ Eichenlaub drehte auf den letzten Tagen noch einmal ordentlich auf.

Können wir das nicht irgendwie mit einem Stasi-Kontakt beschmutzen?“

Ach, wie diesen aufmüpfigen Gallzapf. Ja, dem haben wir es auch heimgezahlt, diesem Schmutzfink und Nestbeschmutzer.“

Die Dame, die ihre Zeit damit verbracht hatte, Formeln mit mehreren Unbekannten zu lösen, meldete sich zu Wort.

Der Schuss geht nach hinten los. Denken Sie einmal daran, er war beim BND und nach dieser Geschichte mit Flügen des CIA und was da noch so rauskommt, wird er sagen, den Kontakt zur Stasi hatte er im Auftrag der Regierung.“

Sie haben ja da gelebt. Wenn Sie meinen.“

Kommen Sie, Goss, Ihr Auftritt ist Ihnen sicher. Und mir mein Amt.“

Wir sollten uns Methoden bedienen, von denen wir erfahren haben. Von unseren großen Verbündeten.“ Der Goss grinste frech.

Tja, so kann es gehen. Gestern noch hü, heute aber hott.“

In der Politik ist jedes Mittel sicher. Also, die Schweden erhöhen auf fünfundzwanzig

Prozent und wir packen zuerst drei Prozentpunkte drauf.“

Aber das Endziel heißt: Dreiundzwanzig. Da sind wir uns einig.“

Und dafür werden wir einen dieser Manager opfern, der in der Öffentlichkeit ganz übel angesehen ist.“

Klar, und noch besser: Er ist kein Deutscher.“

Abgemacht.“

Abgemacht.“

An diesem besagten Morgen erwartete ich in meinem Büro die Vertreterin des Verlages. Pünktlich wie die Maurer meldete meine beste Kraft, Marianne, den Besuch an.

Die Dame war etwas älter als ich, trug ein etwas altmodisches Kleid zu einer etwas gewagten Frisur. Sie lächelte freundlich und erzählte mir zuerst von dem Honorar, wobei mir auffiel, dass sie Probleme hatte, brutto und netto auseinander zu halten.

Herr Bulder, was Sie da schreiben, ist wirklich Sprengstoff. Aber sagen Sie mir, die Sache mit der ‚Dreiundzwanzig‘, kennen Sie die gesamte Wahrheit? Wissen Sie, was der Plan ist?“

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