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tägliches literarisches Blogjournal mit Lyrik und Prosa

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J.B. Deluder: Die Kronkorkenverschwörung (49)

 

27. Zu schön, um wahr zu sein

Nachdem wir die letzte Aufgabe gelöst hatten, ging auch der letzte Kronkorken in unseren Besitz über. Einen Tag später verkündete der damalige Bundeskanzler die Ausschreibung von Neuwahlen.

Der US-Geheimdienst meldete Präsident Bush einen Vorfall in Roswell, anscheinend hatte es einen Einbruch gegeben und der vermeintliche Alien samt Raumschiff war verschwunden.

Ein angesehenes Wirtschaftsmagazin gab bekannt, dass der „Drink-King” aus gesundheitlichen Gründen sein Vorstandsmandat aufgeben würde.

Ein Schweizer Bankier, der als Graue Eminenz der Finanzwelt galt und Im Verdacht gestanden hatte, Gelder von Saddam für seine privaten Zwecke genutzt zu haben, wurde in London aufgefunden. Tot. Erhängt unter einer Brücke. Es gab Zweifel an der Erklärung von Scotland Yard, es wäre ein Selbstmord, denn die Hände waren auf dem Rücken zusammen gebunden.

Das „Haus der Tausend Augen“ wurde von einem chinesischen Investor gekauft und die Zukunft war recht ungewiss, denn es gab Pläne, die Mieten drastisch zu erhöhen und die Nutzung zu ändern. Vermutlich sollten alsbald Weißkittel hier einziehen. Noch aber hatte ich mein Büro und einige vergleichsweise harmlose Aufträge zu bearbeiten.

Miss Marble hatte sich mittlerweile wieder auf die Insel begeben, sie schickte mir einen Brief, indem sie von einem Auftrag der „Freunde von Diana” berichtete.

Ich zitiere: „... meine Auftraggeber gehen davon aus, dass die Windsors eng mit dem Vatikan zusammen arbeiten. Natürlich streng geheim. Und als die arme Diana damals mit einem Moslem angebändelt hatte, war dies ihr Todesurteil ...“

Wahrhaft, die Briten sind wirklich ein wenig verschroben.

Dreadlock Mannox schickte mir eine Urlaubskarte aus Jamaika und schrieb etwas von einer entsprechenden Koalition, was ich absolut nicht verstand.

Na, ich dachte bei mir, das war eine Pfeife zu viel.

Rosy und ich waren nun ein Paar und ich überlegte ernsthaft, ob ich nicht das Angebot der Gruppe annehmen sollte, ihr Manager zu werden.

Irgendwie hatte ich auch genug von den Schnüffeleien, ewigen Observationen und durchgeknallten Auftraggebern.

Obwohl wir strikte Geheimhaltung beschlossen hatten, hatte wohl jemand einige Informationen erhalten und einen Pressebericht über unser Unternehmen preisgegeben. Zwar waren einige Fakten alles andere als Fakten, aber in der Folge gaben sich Paranoide, UFO-Gläubige und Ex-Illuminaten die Klinke in die Hand, um mich mit wahnwitzigen Aufträgen zu bombardieren.

Einer von ihnen, ebenfalls ein Brite, war sehr erbost, dass ich ihn nicht ernst nahm und schrieb einige Bücher darüber. Er machte das Geschäft seines Lebens und plötzlich waren Konspirationen das Tagesthema.

Abends vor dem Kaminfeuer schwelgten Rosy und ich in Erinnerungen, ja, wir machten uns über diese Leute lustig. Sie hatten nicht die geringste Ahnung, wovon sie sprachen.

Snowey Witness hatte nach dem kurzen Eingriff, der nötig war, um den Meisterkorken wieder benutzen zu können, die Erde mit ihrem Freund Spuck verlassen. Sie wollten eine kosmische Hochzeit feiern. Irgendwo in einem Restaurant am Ende der Galaxis.

Ja, ich hatte nun auch endlich die Erklärung für das Verschwinden der ”Achtundvierzig”,

meinem roten Feuerwehrauto. Aufgrund einer Deutung eines Schamanen, der von einer Zwergin adoptiert worden war, wussten die Leute um Dreadlock, dass ich derjenige wäre, der die „Dunkle Elfin” besiegen könnte. Der einzige.

Um mich schon früh auf den richtigen Weg zu bringen, hatten die Zwerge mit einem ihrer Hochtechnikgleiter unserem Garten einen Besuch abgestattet.

Meine Vermutung war also gar nicht falsch. Die Sehnsucht, die ich dann von Kind auf in mir hatte, wurde so geleitet, dass ich dem BND beitrat.

Hier sollte ich das notwendige Rüstzeug erhalten, um den Herausforderungen gewachsen zu sein. Leider hatten meine Vorgesetzten andere Pläne gehabt und lieber am Rad der Weltgeschichte gedreht, was mir erst jetzt bewusst wurde.

Die Politik, so hatte mir Jack, the Rapper, mit auf meinen zukünftigen Weg gegeben, hat etwas von einem Zauberwald. Düster, undurchschaubar und sehr wandlungsfähig. Was gestern noch falsch war, ist morgen richtig. Wer gestern noch der Volksschädling ist, wird morgen ein Ministeramt bekleiden.

Die Dinge, die wir sehen, entsprechen nicht den Realitäten. Versprechen zu geben ist eine Sache, sie zu halten, eine andere.Wenn man erst einmal dieses System begreift, dann reagiert man viel besonnener auf die Dinge, die sich tagtäglich ereignen.

Auch ich war nur ein ganz kleines Rad im Getriebe und es galt der Grundsatz:

Den Kleinen zieht man die Hammelbeine lang, die Großen lässt man laufen.

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