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tägliches literarisches Blogjournal mit Lyrik und Prosa

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J.B. Deluder: Die Kronkorkenverschwörung (44)

Der Uhrzeiger schien auf der Stelle zu ruhen, bis ich feststellte, dass es eine Digitaluhr war. Kurz vor der Henkersmahlzeit trafen Dreadlock Mannox, Jack, the Rapper und ein Trupp Elitezwerge bei mir ein.

Wir lassen dich nicht im Regen stehen.“

Vom Flur hörte ich einen Fluch.

Harry, hast du wieder einmal die Tür nicht zugemacht? Hier wimmelt es vor halbwüchsigen Autogrammjägern. Harry?“

Ich war präpariert. Jolande, eine süße, aber durchtrainierte Zwergin, klopfte mir an den Oberschenkel. „Steht dir gut.“

Mit hochrotem Kopf entfloh ich dieser Brut, die eigentlich meine Freunde waren.

Natürlich traf mich das Unglück, noch einmal zur Toilette zu müssen.

Warum ich gerade eine Gastwirtschaft aufsuchen musste, in der das Komitee der Frauenrechtlerinnen tagte, weiß ich doch nicht. Auf jeden Fall war es ein Spießrutenlaufen, denn ich hatte keine Zeit mehr, den Damen Feministinnen zu erklären, dass mein Auftritt der Rettung der Welt diente.

Ich glaube, wäre ich Frau gewesen, ich hätte mir auch nicht geglaubt.

Fast hätte ich noch eine Ampel bei Rot überfahren, aber im letzten Moment konnte ich dies durch eine Vollbremsung verhindern. Der Strumpf hielt.

Fünf Minuten vor der Zeit ist des Gastes Pünktlichkeit.

Ich stand vor der besagten Haustür, über der in goldenen Lettern die „Dreiundzwanzig”

prangerte und betätigte die Klingel.

Mein Deodorant hatte mich nicht im Stich gelassen. Nur juckte es, diese Wolle war übel. Nach einer gewissen respektvollen Pause hörte ich eine Stimme, die Stimme von Aphrodite. „Wer kann das nur sein?“

Noch hätte ich weglaufen können. Nein, Wolf. Für die – ach egal.

Mich traf der Vorschlaghammer. Die Schwarzelfe, ich musste mir das immer wieder sagen, war nur in einen Hauch von Kleidchen gekleidet, und mich überkam ein Schrecken – ihre wohlgeformten Beine, ist ja auch egal, wie die Beine aussahen, steckten in einer Strumpfhose.

Und nun? War die Elfe auf meinen Angriff vorbereitet? Vorsichtig schaute ich mich um, aber niemand von dem Kleinen Volk war zu sehen.

Herr Bulder, welch eine Freude!“

Ich verneigte mich leicht, der Strumpf hielt.

Sie haben sicherlich eine Nachricht für mich. Von Snowey, dem armen Kind.“

Ich krächzte eine Antwort.

Ach, wie unhöflich von mir, treten Sie doch bitte ein.“

In weiser Voraussicht hatte ich die Arme vor meinen Bauch gehalten.

Möchten Sie nicht ablegen?“

Umständlich entledigte ich mich meines Jacketts und gab meine Blöße frei.

Ein wissendes Lächeln umspielte die Lippen der Schönen, die in Wirklichkeit ein Monster war. Ich hatte Originalaufnahmen von ihr gesehen, wie sie gerade dabei war, einen Oberschenkelknochen eines Trolls, den sie vorher erschlagen hatte, zu grillen. Sie trat einen Schritt auf mich zu.

Sagen Sie, werter Wooooolf, ist das Ihr Revolver oder freuen Sie sich nur so, mich zu sehen?“

Aphrodite!“ stieß ich hervor, froh darüber, dass sie den ersten Schritt getan hatte. Ich hechelte, ach Quatsch, heuchelte Begierde.

Darf ich ‚du’ sagen, mein Liebster?“

Das Parfüm machte mich schwindelig. Der Strumpf bewegte sich. Ouhps.

Ich dachte intensiv an den armen Troll.

Mit Unverständnis reagierte ich auf ein gewisses Eigenleben meines Körpers und dachte blitzschnell nicht an den Oberschenkel, sondern an einen anderen Körperteil des Unglücklichen. Der Strumpf saß fest.

Nun, bevor wir zum gemütlichen Teil übergehen, mein Bester, was gibt es Neues?“

Ich habe Snowey gefunden. Du wirst mir nicht glauben, was für eine verrückte Geschichte.“

Ach, ich liebe verrückte Geschichten.“

Wir saßen auf einer Couch im Wohnzimmer und ich war mir sicher, dass dies kein Drachenlederimitat war.

Nun, Snowey hat einige verrückte Ideen, wie sie so sind, die jungen Frauen.“

Welche verrückten Ideen? Ich bin doch nicht etwa zu alt für solche Absichten?“

Nein, dachte ich ganz intensiv, diese Brüste sind nicht echt, nicht einmal Silikon. Das ist alles eine Sache der Magie.

Es gibt Informationen, die kann man gegen Geld nicht erwerben.“

Nun hatte ich meine Absichten eindeutig ausgesprochen.

Sondern?“

Wie jetzt?“

Du hast damit angefangen!“ Empört rückte Aphrodite von mir ab.

Ich bin verrückt nach dir!“

Ein wissendes Lächeln umspielte ihre Lippen und sie fuhr mit der Zunge über eben diese. Ich will das nicht vertiefen, denn dies ist ein Agentenroman. Klar?

Du willst mir also etwas vorenthalten?“ Sie spielte Katz und Maus.

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