tägliches literarisches Blogjournal mit Lyrik und Prosa
Ich ließ Dich los,
der Bitte folgend, die einzigartig - wahrhaft mir schien;
Dich fallen zu lassen in Dein eigenes Lügenmeer-
in Tiefe und Größe gleich einem Ozean.
Und sah Dich in Tiefen eintauchen, die vormals nur andere
für Dich, durch Dich als letzten Sog vernahmen.
Und jene tauchten darob nimmer auf.
Und sah Dich wiederkehren und konnte Deinem
Schweigen nicht entnehmen, was Du gesehen hattest.
Konntest Du den Tiefen folgen, die Du selbst geschaffen?
Ein Blick von Dir – ein stummer Hilfeschrei und lieblicher
Sirenengesang: ich wäre Dir fast gefolgt.
Und tat es nicht, zum ersten und zum letzten mal.
Bin Deiner Fallenstellerei nicht mehr erlegen.
Und sah Dich Ufern entgegenschwimmen,
die niemand je erreichen kann.
Und ließ Dich Deiner Bitte folgend, die einzigartig –
wahrhaft mir schien; allein in Deinem Reich, das mich
so lang gefangen hielt.
(aus "Mit Blindenhund durchs Liebesland")