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tägliches literarisches Blogjournal mit Lyrik und Prosa

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J.B. Deluder: Die Kronkorken-Verschwörung (27.FortsetzunG)

Oh ja, der Fall Schildkröte. Sternstunden eines jeden Privatermittlers.

Wussten Sie eigentlich, wie teuer eine griechische Landschildkröte mit all den Nachweisen und Papieren ist? Egal, auf jeden Fall sehr teuer.

Bübchen, so der Name des Panzerträgers, war aus dem Garten verschwunden, wobei es beträchtliche Zweifel gab, dass die Schildkröte die Mauer von zwei Metern Höhe aus eigener Kraft überwunden hatte.

Diebstahl, na sicher, aber wer? Meine Recherchen brachten mich auf einen gewissen Alfred Lebensleck, ein Moderator und Hobbykoch. Sie kennen diese Leute, die alles mögliche in ihren Backofen schieben und während der laufenden Sendung sich eimerweise Wein hinter die Binde kippen? Ah, Sie haben verstanden. Mein Verdacht war geweckt und ich legte mich auf die Lauer. Tatsächlich brachte ihm ein Kleintransporter ohne Firmenlogo täglich irgendwelche Kisten, unter anderem auch Salat. Wer isst schon Salat, wenn

nicht eine Schildkröte?

Ich mache es kurz. Bei einem nächtlichen Besuch fand ich Bübchen, zum Glück noch lebendig, und diverse Hunde und Katzen aus der Nachbarschaft, ebenfalls noch frisch. Um einen Skandal zu vermeiden und von einer Strafanzeige abzusehen, kassierte ich von dem Fernsehsender, für den Alfred so hingebungsvoll kochte, eine dicke Abfindung, die direkt auf mein Privatkonto ging und nun noch das Honorar von Bübchen. Es war Marianne nur

sehr schwer klar zu machen, dass mir der Fernsehkoch keinen Autogrammwunsch erfüllte.

Nun aber zurück zu Climbimbus. Ich brauchte nicht lange auf ihn zu warten, denn er hatte wieder einmal eine Frage.

Hallo Wolf, nur einmal ganz kurz, haben wir einen Neuzugang in der Bronx?“

Ich nickte eifrig. „Sunnyboy Vice, der ist mit einem Krokodil oder so etwas ähnlichem hier eingezogen. Warum?“

Ach, nur so. Ich hatte eigentlich eine andere Frage. Wie steht es um deinen Fall?“

Gut, dass du mich fragst, denn das erspart mir den Weg zu dir. Bist du bereit, eine Partnerschaft zu übernehmen?“

Wie hoch ist mein Anteil?“

Ein Drittel.“ Climbimbus hatte sich mir gegenüber gesetzt und einen Zigarillo angesteckt. „So seid ihr Deutschen, haha, Geschäftsleute durch und durch. Ich habe einen anderen Vorschlag, ich nehme ein Viertel.“

Bevor ich etwas einwenden konnte, begründete Climbimbus dieses Verlangen: „Bekanntlich ist vier eins mehr als drei.“

Wie es unter ehrlichen Detektiven üblich ist, besiegelten wir die Vertrag per Handschlag.

Sage einmal, glaubst du an Märchenfiguren oder gar Geister?“

Obwohl er mich fragte, ob es für Whiskey nicht zu früh wäre, hatte ich gesehen, wie seine linke Augenbraue wild gezuckt hatte.

Komm schon, Partner, machen wir uns nichts vor.“

Ich lieferte ihm ein Stichwort: Amityville.

Climbimbus, dessen Gesicht einer zerknitterten Einkaufstasche nicht unähnlich war, kratzte sich umständlich mit der Hand, in der er das Zigarillo hielt, am Kopf.

Asche auf mein Haupt.“ Er lachte. Sie können es wörtlich nehmen.

Es ist wichtig, dass wir einander vertrauen. Tut mir leid, wenn du den Eindruck gewonnen hast, ich wollte dich in der Honorarfrage über den Tisch ziehen.“

Schon vergessen.“ Er machte mit der Hand, die das Zigarillo hielt, eine ausladende Geste. Asche auf mein Haupt. Sie können es wörtlich nehmen.

Na gut, dann in medias res.“

Kleines Latinum?“

Oh, du auch?“

Wir streckten die Hände aus, um sie noch einmal zu schütteln, Climbimbus die Hand mit dem Zigarillo. Brandblase in meiner Handfläche. Sie können das sicher nachvollziehen.

Hey, da wir jetzt Partner sind,“ sagte der Trenchcoatträger, „nenne mich doch Climbimbus.“

Ich ließ mir nichts anmerken.

 

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