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tägliches literarisches Blogjournal mit Lyrik und Prosa

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Manuel Göpferich aus "Grüne Windmühlen" (15)

 

WINDMÜHLEN


Bereits aus der Ferne sind sie sichtbar. Abseits der Straße fangen sie den Wind auf, harmonieren mit den umliegenden Häusern. Zwei Windmühlen – sie mahlten einst das Getreide. Ein Haferfeld trennt beide voneinander.

Raben zanken sich um die Körner, derweil liegt diese Dualität abgeschieden von der Welt. Vor einigen Jahren wurden sie zu Ausstellungsstücken restauriert.

Die ältere von beiden, auf einer Anhöhe thronend, wird von einem Hügel in Form eines Kreises umgeben. Kurz geschoren sind die Wiesen. Aus Holz und Stein wurde sie gebaut, verzichtet annährend ganz auf Eisen, trägt eine verschiebbare Kuppel bedeckt mit Riedgras.

Einen anderen Mechanismus verwendet die jüngere. Über eine Verbindung von Kopf zu einem Rad ist die Ausrichtung verstellbar, das Ausnutzen der besten Winde wird möglich. Heftig flattern die Lammellen am Windrad. Fünf Flügel besitzt sie; vier die ältere.

Zäune umgeben den Park. Nur zur Demonstration wird die Wassermühle in Gang gesetzt. Am Horizont zeichnet sich bukolisch das Meer ab. Flach läuft das Land zur Küste zu. Wind- und Wassermühlen haben stets einen Blick auf die Weite. Am Strand halten Seevögel eine Gesellschaft ab,

starten, um auf Böen gleitend die Felsformationen und umliegenden Inseln zu erkunden. Boote liegen auf Grund, pressen ihr Profil in den Sand. Bald wird die Flut einsetzen, die Anlegestelle mit neuem Leben erfüllen.

 

»Windmühlen kämpfen weder gegen die Weiten der Ozeane, noch gegen

die der Hügel- und Auenlandschaften an; sie stellen sich einer weitaus

größeren Herausforderung. Windmühlen überdauern die Zeit.«

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