tägliches literarisches Blogjournal mit Lyrik und Prosa
In mir
wuchert Gedankenkrebs
ein schweres Gemüt
umschlingt meine Seele
klammert sich fest
saugt das quirlige Leben aus mir heraus
bis nur noch ein ausgepresstes Vakuum
in meiner einsamen Leere ertrinkt.
Jeden Tag breche ich ein
falle ins Nichts
ich bin Sysiphus:
Jeden Tag wälze ich erneut
den Felsbrocken meiner schweren Last
schweißtriefend
quälend
angekettet
den Berg hinauf
gefangen in der Absurdität des Lebens.
Jeden Tag hoffe ich:
Vielleicht wird heute alles gut?
Vielleicht wache ich heute
aus meinem nicht enden wollenden Albträumen auf?
Vielleicht schaffe ich es heut
nur für den einzigen Tag,
dass wieder alles beim Alten ist?
Vielleicht schaffe ich es heute,
den bösen Geisterfratzen meiner Gedanken zu entfliehen?
Vielleicht schaffe ich es heute,
den Schmerz zu vergessen und glücklich zu sein?
Vielleicht schaffe ich es heute,
mein Ich aus dem Kerker zu befreien
und die Sonne zu spüren?
Nur einen Moment lang freiheitsatmend.
Vielleicht schaffe ich es heute,
nur einen einzigen Tag lang
zu leben?
Sonst nichts.