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tägliches literarisches Blogjournal mit Lyrik und Prosa

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Jürgen von Stenglin: Logik

 Die Logik weiß nichts von der Welt,

sie ist so blind wie Druckerpressen.

Doch unser Geist braucht sie als Geld:

sehr nützlich, aber nichts zum Fressen.


 

Du bist, sagt sie korrekt, konstant du selbst,

du gleichst nur dir und keinem andern,

und wärst du nicht identisch mit dir selbst,

wär’ deine Seele schon am wandern.



Du kannst, sagt sie mit vollem Recht zu dir,

nicht gleichermaßen blöd und nicht blöd sein.

Eins und nur eins trifft zu im Jetzt und Hier.

Bedenke dies, auch gegen allen Augenschein.


Du musst, sagt sie von dir mit Zuversicht,

entweder blöd sein oder gar nicht blöd, aber

beides je zusammen: das ginge nicht,

das führte nur zu allerdürftigstem Gelaber.



Sie schließt: wenn alle Menschen blöde sind,

- das gilt in diesem wie im jeden Land -

und du, du wärst ein Menschenkind,

dann wärst du blöde. Sehr charmant.



Falsch ist falsch, sagt sie, und wahr ist wahr,

die Logik pfeift auf kleinliche Debatten.

Den Juli nennt sie niemals nur nicht-Januar,

zwar ist sie selber grau, doch ignoriert sie Schatten.



aus Anthologie "Notwendigkeiten", erschienen beim Cenarius-Verlag Hagen

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