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tägliches literarisches Blogjournal mit Lyrik und Prosa

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Operation Zeitensprung, 7. Kapitel "Ankunft im Märchenwald"

 Das Bild der Umgebung machte wenig Mut. Wir standen wieder einmal auf einer Lichtung. Es war idyllisch still. Kein Verkehrslärm, keine Spuren einer Siedlung in der Nähe. An Stelle durch einen gepflegten herrschaftlichen Park geleitet zu werden, waren wir von dichtem Unterholz umgeben wie mittelalterliche Räuber. Vielleicht wie Robin Hood und die Seinen. Aber der alte Robin kannte sich in seinem Wald aus wie Peter in seinem Kinderzimmer, wenn es fünf Tage niemand aufgeräumt hatte. Wir aber waren schon stolz, einige Baumarten dieses Mischwaldes zu erkennen. Hanna flüsterte, dass die Eichen mehr als 150 Jahre ungestört hochgewachsen sein mussten. Das machte mir Angst. Mischwald, der über ein Jahrhundert unberührt blieb –  konnte so unsere Zukunft aussehen? Waren wir ganz woanders, zum Beispiel wirklich in Robin Hoods Zeit? Es musste zwar nichts heißen, aber dieser Waldboden wurde sicher nicht bewirtschaftet. Zwischen fast undurchdringlichem Gestrüpp faulten die Reste alter Bäume vor sich hin. Schmale Trampelpfade belegten nur tierisches Leben.

Ich habe Hunger.“

Ernst war wie immer. Für uns ging es um unsere Existenz in Raum und Zeit, und er dachte ans Fressen.

Wir könnten ein paar Pilze sammeln. Haben wir keine Pfanne im Schiff? Ich übernehme das Braten. Freiwillig.“

Diesen alten Jungen würde wohl kein Mensch mehr vernünftig groß bekommen. Ich lächelte.

Gehen wir weiter!“

Es knackte. Gerade noch rechtzeitig konnte ich meiner Gruppe winken. Mit Hechtrollen verschwanden wir geräuschlos im Unterholz. Zumindest hofften wir, unbemerkt geblieben zu sein. Auf dem Weg wanderte das leibhaftige Rotkäppchen. Es war ein Mädchen von vielleicht 10, 12 Jahren mit einem geflochtenen Bastkorb, und aus dem Korb sah allen Ernstes eine Weinflasche und ein Kuchen hervor.

Kneif mich mal“, flüsterte mir Ernst zu, dessen Augen hoffnungsvoll leuchteten. Ehe wir noch etwas tun konnten, war er schon auf den Weg gesprungen und hatte gebrüllt:

Ich bin der Wolf!“

Grenzenlose Enttäuschung lag im Gesicht des Mädchens. „Hätt ich das gewusst, ich hätt nicht mitgespielt.“

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