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tägliches literarisches Blogjournal mit Lyrik und Prosa

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Slov ant Gali, Die sieben Kugeln (42)

Es kann ja alles ein extremer Zufall sein. Aber ich nehme an, Jens hat uns hergeholt, um dem auf den Grund zu gehen. Da seine Kugel die verdächtigste ist, schlage ich vor, ich nehme sie mit in mein Labor und untersuche sie. Außerdem werde ich prüfen, ob ich bei meiner ähnliche Wirkungen feststellen kann. Dann sehen wir weiter.“

Immer wieder kreisten Petras Gedanken um die Frage, was an ihren Kindern unnatürlich war. Kam denn keiner auf diese Idee? Die als Pärchen besonders niedlich ausschauenden Mädchen waren vielleicht Doppelmonster. Geklonte Außerirdische. Nicht auszudenken! Und Jens? Er hatte schon mehr Zeit zum Nachdenken gehabt. Was war da rausgekommen, was er nicht aussprechen wollte? Petra wollte schnellstmöglich die Kugel in die Hände zu bekommen und untersuchen.

Das Gespräch kehrte immer wieder zu der Ätzerinvasion zurück. Die Spekulationen der anderen wurden haarsträubender und hilfloser. Eigentlich wollte Petra dem nur ein Ende bereiten: „Klar gibt es eine Erklärung: Da sind fremdartige Monster am Werk, die die Erde ihren Vorstellungen einer idealen Umwelt anpassen. Terraforming nennt man das. Unser aller Tod ist nur eine unbeabsichtigte Nebenwirkung.“ Ihre Worte kamen flüssig, wegen des Weins, dem inzwischen alle rege zugesprochen hatten.

Du meinst, die Ätzer sind von bösartigen Aliens geschickt? Das kann ich mir nicht vorstellen. Allein, was die für Dimensionen im Raum überwunden hätten!“ hielt Janine dagegen. „Glaubst du wirklich, eine Kultur, die uns technisch so weit voraus ist, tritt dermaßen bestialisch auf?“

Janine, weißt du, Petra war schon als Kind davon überzeugt, dass die Dinger aus dem All gekommen sind. Dabei wissen wir nicht einmal“, versuchte Jens zu scherzen, „ob das eine Kultur war, ein schreckliches Missverständnis, ein Unfall oder was auch immer ist … Wer sagt uns denn, dass diese Verwüstungen in der Absicht dieser Fremden gelegen haben? Vielleicht haben wir etwas ausgelöst, was so nie vorgesehen war? Wir können nur spekulieren wie Petra damals. Im Moment haben wir immer noch keine Beweise, dass die Kugeln außerirdischen Ursprungs sind. “

Und wenn sie selbst so was wie Aliens wären?“ Petra sah sich um. Hoffentlich sah niemand auch die eigenen Kinder als solche Aliens an.

Dann hätten sie Millionen Jahre Anabioseschlaf hinter sich, oder von ihrem Auftauchen gäb es irgendwelche Überlieferungen, Spuren oder so.“ Jens schüttelte den Kopf. „Da scheint mir schon glaubhafter, dass es Nachrichten sind, die wir nicht verstehen.“

Sonja hatte sich aufgerichtet. „Wenn sie als Kugeln reisen, dann spielt Zeit kaum eine Rolle für sie. Irgendwann träfen sie schon auf einen bewohnbaren Himmelskörper. Aber aus welcher Mottenkiste habt ihr bloß eure Philosophien? Als ob Intelligenzen unbedingt modern, fortschrittlich, friedlich und so zusammenleben müssten, wenn ihre Technik modern, also noch moderner ist als unsere! …“

Nun komm uns nicht mit solchen Horrorerfindungen von eroberungswütigen Superwesen, Borgs, Kyborgs oder so. Die gibt es doch nur im Film. Nur da sind sie auf dem Niveau der alten Römer stehen geblieben. Dadurch werden automatisch die Menschen zu den Guten. Die Filmemacher verstehns nicht besser.“ Jens hatte sich halb aufgesetzt.

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