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tägliches literarisches Blogjournal mit Lyrik und Prosa

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DREI - Nummer 25

 

Hände

An diesen Händen hing

Mein Leben, Arbeitshände.
„So wenig fraulich“,
Sagst du.

 

Ja, ich habe gearbeitet. Ich wills
Nicht leugnen. Jede Linie, jede Pore,
Jede Narbe zeugen davon.

 

Ja, ich hab auch gelesen. Und heut
Schreib ich selbst, was war und was ist.
Manchmal, Lieber, schreib ich von dir.

 

Und immer der Traum. Ich hoffte,
Einmal würde sie sein: Welt, gute Welt.
Es brauchte kräftige Hände.

 

Du sagst: „Mein schweres Blut“.
Ich bin, Lieber, wie ich geworden bin.
Falls es gelingt, lach ich dir zulieb.

Sieh, es ist grüner Juni, das fliegende Licht,
Hör nur, in der Pappel die Amsel.

 

„Lenk nicht ab“, sagst du
Und legst deine Hand, die feine, die schöne,
Auf meine.

Hanna Fleiß

 


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M. Lobitsch-Delia,

[Dem Andenken an Ken Saro-Wiwa gewidmet]


in "Das Leben riecht nach Meer"
auf Gedicht des Tages



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Utopischer Fortsetzungsroman
"Die sieben Kugeln" von Slov ant Gali (30)

 

Okay, bisschen quer, aber treffend. Ich hätts anders ausgedrückt. Nur was hat das mit deiner Gitarre zu tun?“ fragte Jule.

Warts nur ab! Es geht ja noch weiter: Die aber, die die Saiten der Ewigkeit im Angesicht des Endes ringsum zum Klingen zu bringen, werden ausgenommen sein von der Endlichkeit der unwürdigen Körper. Sie werden erleben, was kleine Geister nie begreifen können.“ Ich schleuderte den Apfelgriebsch weit aufs Feld, stand wieder auf und steckte das Büchlein zurück in den Rucksack. Jule hatte gerade noch den Titel lesen können. Der Anfang im Ende.

Klingt echt irre, oder? Und nun stell dir vor, ich seh die ersten Clips von Berlin auf dem Bildschirm! Voll getroffen! Genau wie in dem Buch! Dabei kann ich mich nicht einmal an die Typen von damals erinnern. War mir komisch! Als hätte Kantha Inar wirklich alles vorher gewusst und wollte mir was sagen! Von wegen, es sei nur wenigen vergönnt und ein jeder müsse den Weg allein für sich finden. Deshalb musste ich los. Dass es mit der Zarge zusammen nicht funktioniert hat, war der letzte Beweis.“ In dem Moment hob ich die geöffneten Hände zum Himmel wie die Prophetin, die gerade das Wort Gottes empfängt.

Jule fing an zu lachen. „Daher also die Gitarre! Die Saiten der Ewigkeit… Mann, bist du durchgeknallt! Und dein Fummel? Nimmt man für so was nicht wallende weiße Gewänder … und eine Harfe wie in Griechenland?“

Ich sah sie vorwurfsvoll an und schüttelte den Kopf. „Dafür hab ich dich nun eingeweiht? Veräppeln kann ich mich allein. Und so was nennt sich nun meine beste Freundin! Mensch, wach auf! In ein paar Tagen ist alles hier öde Breiwüste. Niemand wird mehr herausfinden, wo du verschwunden bist.“

Marie, ich …“ Was hätte Jule sagen sollen? Sollte sie darauf herumreiten, dass sie mich mal wieder für verrückt hielt? Unter anderen Umständen bestimmt. Aber die Ätzer existierten, und sie gingen genau so vor, wie dieser komische Guru-Meister es beschrieben hatte. Jule zuckte also mit den Achseln, sah mich nicht an und lief weiter.

Zurück zur Straße. So viele Kilometer laufen, das war nun nicht das reine Vergnügen. „Komm lieber! Wir haben noch viel vor uns.“ Aber schon hundert Meter weiter fing Jule von vorn an: „Glaubst du denn das wirklich, dass das ausgerechnet eine Prophezeiung für uns ist?“

Was hätte ich darauf antworten sollen? Wie ist das denn mit dem Glauben und dem Verstand, der dir etwas Anderes sagt? Ich antwortete so leise, dass es Jule kaum hören konnte: „Weiß ich, was ich glauben soll? Aber wenn wir einfach abwarten, bis dieser Brei Eberswalde überschwemmt, erfahren wir es nie. Das könnt ich mir nicht verzeihen.“ Und nach einer Pause viel lauter: „Weißt du, dass die Welt am Ende ist, so oder so, das glaub ich schon. Genau deshalb werd ich ja nicht weglaufen. Und du kommst mit!“

Damit wandte ich mich wieder dem Weg zu. Das war auch nötig. Wir erkannten Soldaten am Straßenrand, und die waren wohl schon auf uns aufmerksam geworden. Eine Personenkontrolle. Das hätte mir gerade gefehlt. Glücklicherweise bog gerade rechts ein Trampelpfad von der Straße ab. Der wurde unserer. Schade! Wir würden viel latschen müssen. Mehrere Kontrollen hintereinander. Das bedeutete, von nun an waren Hauptverkehrsstraßen tabu.

Abends, am Waldrand, klopfte ich Jule auf die Schultern: „Nur Ruhe und keine Action, das ist doch uncool. Können wir später noch. Wenn wir dann noch leben sollten. Jetzt muss es brummen.“ Dann packte ich die Gitarre. Sang, wenig falsch. „Ja, guck nur!“, antwortete ich auf Jules irritierten Blick. „Ich muss schließlich üben.“

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